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Wien bist so gemein

Will die Pfeife von dem Typen über mir und diese schiachen Bezüge die so gut zu meinem neongünen Top passen und zu meiner großgrauen Wehmut und will wieder zurück, bitte schickst mich zurück und bitte, kein Wort kommt aus mir heraus und Wien ist so gemein zu mir und heute kein Boden, kein Bschlabs, dein pfiat-di, dein elendes, und er hatte schon recht, bin schon ein mächtiges Weib mit starken Ohren, bin so geschwätzig geworden dass ich dir ständig alles über das Tal erzählen will.

Das ist die Falle dieser ganzen Filme, da kommt die Frau in die Stadt zurück und deklariert ihren tiefsitzenden Hass an die Stadt, denkt an die Berge, die sie die Hälfte der Zeit sowieso nie hochgekommen ist und dann steigt sie in den Zug und fährt zurück und plötzlich bölken die Schafe lauter und der Bach brodelt und die Gefahr, die sie mit ihren Schwestern stets heraufbeschworen und eingedämmt hatte, die ist nur noch ein kleiner Fluss. Da, das nicht mehr zu verklärende, dass keinen Tag alleine aushaltende, diese Misere, diese Scheiße, diese einzige große Kuhscheiße und wieso fährt die U2 so langsam heute

aber ich find das schon seltsam ich find das schon komisch ey ist das diese angst davor doch so richtig was zu hassen was ist das bitte, das ich hier nicht finde, und was ist das eigentlich dass ich mir alleine nicht genug sein kann und ich erzähl dir davon dass nichts von mir autobiografisch ist dass alles was du hier liest die reinste fiktion ist auch das hier und das und das erst recht und dabei ist das geschriebene schon wieder so viel geiler als die wahrheit so gar nicht siebter bezirk eher n bissl zwanzigster und alles im tal das gehört jetzt dir

und dieser pathos geht mir am oarsch keine zwei tage in wien muss ich wieder alles hassen und hinterfragen alles bedenken was jemals über die stadt und das tal gedacht wurde und diese lächerlichen flaneure die die großstadt so liebten und wieso muss ich immer was ganz anderes schreiben als du und wieso darf ich nicht alles einfach mal auskosten bis zum letzten pfirsichschmatz so lange wie ich diesen köstlichen salbeiherzschmerz in mir hab und ah die U2 fährt weiter

2 thoughts on “Wien bist so gemein”

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