Uncategorized

Splash the patriarchy

Jetzt sind wir zwei Wochen da und liegen jeden Tag am Pool und trinken und rauchen und tauchen unter und wenn wir wieder zu viel gesoffen haben dann gehen wir zum Ende der Straße ins Hallenbad und ziehen uns aus. Da im Hallenbad, das ne Gaudi, da kannst du nackt reinspringen da gibts kein Zwang da gibts kein Muss da kannst du sein wie Maria dich geschaffen hat.

Jetzt sind wir schon fast zwei Wochen da und liegen immer noch jeden Tag am Pool und wenn wir besoffen sind dann gehen wir nachts ins Hallenbad weil wir Frauen aus der Stadt sind und der Tag ist hell, wir Vampirinnen der Lust, dann sehen wir uns im flackernden Neonlicht und dann zieht eine blank und wir schwimmen in Salzlake.

Da liegt ein Buch in der Vitrine, da zwischen dem ausgestopften Fuchs und dem rotgelben Blütenüberzug neben dem Maggi auf dem Tisch da geht es um ein junges Mädchen aus der Gemeinde das sich zum ersten Mal anfasst da geht es um ein Mädchen aus der Gemeinde das im Krieg in Gefangenschaft war da geht es um ein Mädchen aus der Gemeinde das hat die Klappe nicht halten können da geht es um ein Mädchen gegen das sie nichts haben ausrichten können außer ihr den Körper zu nehmen und in dem Buch sagt die so Sachen wie was soll an unserem Körper sündenhaft sein dass wir ihn nicht berühren dürfen und das Wasser im Pool berührt unsere Nippel und das Wasser im Hallenbad berührt unsere Hüften aus denen wir keine Kinder schießen und im Buch da wird das Mädchen vom Vater ausgepeitscht weil sie mit einem Mann schläft und der Strahl aus der Ecke im Pool der peitscht über unsere Rücken.

Kiyak schreibt, lass dir nichts einreden, es ist schön eine Frau zu sein und wieso haben sie uns das nicht erzählt? Dass es schön ist eine Frau zu sein dass es schön ist bunte Hosen zu tragen wieso haben sie uns nie gesagt dass es okay ist einen Busen zu haben und dass er in der Sonne so schön glitzert und dass das Wasser darüber hinwegzieht wie ein Seidekleid und dass ich auch existiere wenn du mich nicht anschaust. Wieso haben sie uns nicht gesagt, dass es schön ist die Haare zu kämmen dass ich nicht rotwerden muss und nicht auf die Nacht warten muss und wieso hat mir niemand gesagt, dass ich alles bekomme was ich will, und weil ich es so will, gehe ich nackt alleine schwimmen.

Niemand hat uns den Stolz gelehrt, den es braucht, um unsere verschiedensten Formen zu tragen uns vom Abschlachten den Messerstichen den Schüssen den Würgegriffen zu befreien auch nicht das Berghain weder das in Berlin noch in Boden und niemand hat uns je gezeigt wie es sich anfühlt ohne Rosenkranzperlen zwischen den Beinen in den Bach im Tal zu gehen weil alle die es versucht haben, die liegen da noch immer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert