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Die Frau und das Tal

Da fährt ein Bus, der fährt rund, der fährt die Menschen rum, die Menschen sind beschäftigt. Sie wundern sich nicht darüber, was alles nicht funktioniert, sie wundern sich nicht darüber, was alles gut funktioniert. Manche sagen: Das Tal und die Stadt? Es gibt keinen Unterschied.

Gestern hat jemand juicy Tal-Gossip vom Stapel gelassen und ich stand direkt daneben. Ich habe gefragt, was ist das Beste und Schlimmste, das hier jemals passiert ist? Und da kamen sie, die Geschichten, die es überall gibt, die genauso in der Stadt erzählt werden: über die Liebe, das Vertrauen und die passenden Brüche; das Zerrissen-Sein, das Ankommen und Wegreißen, die Trennung, das Netaussikönnen, das Reinfinden und sich selbst wieder raussuchen.

Das Valley ist voller Geschichten, voller Mythen, die die Stadt niemals alleine dekonstruieren könnte. Dafür ist die Stadt nicht alt genug. Das Valley ist begehrter geworden, teurer, keine Mietpreisbremse, keine Politik, die das Tal unterstützt, ohne es zu überstützen – keine Grenze, die eingehalten werden muss, um das Tal von der Stadt abzugrenzen: Beides bedingt sich gegenseitig. Was ist das Gegenteil vom Tal? Das Hochland? Was ist das Tal, was die Stadt nicht ist? Und vor allen Dingen: Was machen die ganzen Piefke hier?

Die Frau und das Tal. Die Frau war immer gut zu dem Tal, aber das Tal war längst nicht immer gut zu ihr. Die Frau zieht weg, sie zieht in die Stadt, sie sucht und findet alles anderswo. Das Arbeiten, das Leben, das Erziehen, das Nichterziehenwollen, das Verweigern eines angeblich weiblichen Pazifismus, das Reproduzieren: Nur das Sterben des Tals liegt in ihrer Hand. Selbst die, die die Macht über das Tal haben, sagen: „Wenn die Frau geht, dann stirbt das Tal.“

Die Frau muss nicht ins kalte Wasser springen. Jemand soll ihr in einer warmen Therme einen Sonnenschirm spannen. Sie kann dann erst begreifen, dass der Fluss ihr den Takt zum Matriarchat vorgibt. Und das Tal? Es bietet ihr keinen Raum außerhalb der Bergwände, an denen sie sich unter Schmerzen hochzieht; man hat ihre Schreie gehört und schon wird sie fallenlassen, dann ist sie im Tal begraben. Frauen wurden schon immer überall umgebracht.

Was hat das Tal der Frau zu bieten? Die Frau bietet dem Tal alles. Das muss man über das Tal wissen. Welche Geschichten werden über die Frau und das Tal im Fernsehen erzählt? Jene, in denen männliches Begehren im Vordergrund steht.
Ich kannte mal eine, die hat ihrem Mann beim Jagen ein Bein weggeschossen.

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